03.10.2026 : Spielzeiteröffnung der VOLKSBÜHNE am Rosa-Luxemburg-Platz mit Belle Santos

Mononoke

Satoko Ichihara
Kostüme: Belle Santos

Mononoke nennt man in Japan Geister, die sich in Menschen einnisten und Flüche mitbringen. Takako, Eisenwarenkauffrau und Verkäuferin jahrhundertealter Teekannen, trägt den Fluch ihres Vaters in sich, der verschwand, als sie ihre erste Periode bekam. Auf der Suche nach Befreiung begibt sie sich auf eine surreale Reise durch eine Welt aus Göttern, Puppen und Eisenwaren, zwischen uralten Mythen und endlosen Verkaufsgesprächen. Die japanische Autorin und Regisseurin Satoko Ichihara, eine wichtige Stimme des feministischen Theaters, verbindet in ihrer ersten Arbeit an einem deutschen Theater die Puppenspieltradition Bunraku mit den Skulpturen der Berliner Künstlerin Mire Lee.

Die Uraufführung  findet am 3. Oktober 2026, um 19.30 Uhr auf der Großen Bühne der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz statt.

02.10.2026 : Wiedereröffnung des Praters der Berliner VOLKSBÜHNE mit Pola Kardum

Perfection

Nach dem Roman von Vincenzo Latronico, in einer Fassung von Anta Recke

Kostüme: Pola Kardum 

Berlin war lange ein Versprechen: ein Ort, an dem Menschen aus aller Welt neue Lebensformen erprobten, bevor seine Freiräume zu glatten Oberflächen und Spekulationsobjekten wurden. In Vincenzo Latronicos “Die Perfektionen” kommen Anna und Tom Mitte der Nullerjahre aus Südeuropa nach Berlin, auf der Suche nach Freiheit und einem anderen Leben. Doch die Bilder eines idealen Daseins zerfallen, sobald sie auf die Wirklichkeit treffen. In einer Stadt, in der Vergangenheit und Zukunft, Ost und West verschwimmen, stellt sich die Frage, ob das Streben nach einem individueller Lebensentwurf nicht längst in einer neuen Form der Anpassung aufgegangen ist.

Die Uraufführung  findet am 2. Oktober 2026, um 20 Uhr im Prater der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz statt.

26.09.2026 UA: Ran Chai Bar-zvi inszeniert REIGEN. VARIATIONEN am Bayerischen Staatsschauspiel

REIGEN. VARIATIONEN

von Anja Hilling frei nach »Reigen« von Arthur Schnitzler
Inszeniert von Ran Chai Bar-zvi

Vierundzwanzig Stunden im Englischen Garten. Irgendwo zwischen Monopteros und Haus der Kunst begegnen sich – in zehn Szenen und jeweils zu zweit – die DJane Ada, der Unternehmer Franzi, der Dichter Graf, die Reinigungskraft Maro und die Sexarbeiterin Eleonore.
Anja Hillings Reigen-Variationen nach Arthur Schnitzler sind Ran Chai Bar-zvis erste Arbeit am Bayerischen Staatsschauspiel.

Die Uraufführung findet am 26. September 2026 um 20 Uhr am Bayerischen Staatsschauspiel (Marstall) statt.

25.09.2026 UA: PHILOPHOBIA von Heiki Riipinen am Münchner Volkstheater

Philophobia

Intergalaktisches Cruisen im dunklen Wald
von Heiki Riipinen und Ensemble
Regie: Heiki Riipinen

In seiner ersten Arbeit am Münchner Volkstheater versammelt der Regisseur und Performancekünstler Heiki Riipinen die von der Gesellschaft als “anders” Stigmatisierten am Lagerfeuer. In neuer Verbundenheit versuchen sie, die Angst vor der Liebe zu überkommen, um nicht länger allein zu sein. Alle in dieser fremdartigen Schicksalsgemeinschaft bringen eine eigene Geschichte vom Wunsch nach Verbindung und dessen Scheitern mit.

Die Uraufführung findet am 25. September 2026, um 20 Uhr am Münchner Volkstheater statt.

12.09.2026 UA: DER ABEND VOR DEM DANACH von Lisa Wentz am Schauspiel Frankfurt

DER ABEND VOR DEM DANACH
von Lisa Wentz

Eine Dinnerparty in der Villa eines wohlhabenden Finanziers wird zum Schauplatz einer sich langsam zuspitzenden Konfrontation: Luca, ein ehrgeiziger junger Banker, erscheint mit seiner Frau Irene, um mit seinem Chef Gabriel einen Deal zu feiern – doch Gabriels geheimnisvolle neue Freundin Alexandra hat ganz eigene Pläne für diesen Abend. Während Höflichkeiten in Konfrontation umschlagen, zerlegt Alexandra methodisch die Männerwelt aus Verleugnung, Geld und gegenseitigem Schutz.

Die Uraufführung findet am 12. September 2026 um 20 Uhr am Schauspiel Frankfurt (Kammerspiele) statt.

12.09.2026 Premiere: Martina Gredler inszeniert COSÌ FAN TUTT*E am Theater Magdeburg

COSÌ FAN TUTT*E

Regie: Martina Gredler

Der Musikwissenschaftler Wolfgang Rehm bezeichnete Mozarts Così fan tutte als Abschiedswerk: „Das Thema ist nicht nur der Abschied von einer Illusion, einer Lebenslüge, sondern auch der Abschied von einer Lebens- und Liebesform.“ In der Inszenierung von Martina Gredler wird diese Deutung auf den aktuellen Paradigmenwechsel übertragen:
Was bleibt vom Menschsein, wenn Lieben und Begehren in virtuelle Welten und auf virtuelle Partner:innen verlagert werden? Können sich Fiordiligi und Dorabella in Chatbots verlieben?

Die Premiere findet am 12. September 2026 um 19:30 Uhr am Theater Magdeburg (Opernhaus Bühne) statt.

10.09.2026 Premiere: MACBETH am Volkstheater Wien | Rieke Süßkow (Regie), Mirjam Stängl (Bühne), Sabrina Bosshard (Kostüme)

MACBETH nach William Shakespeare*

Regie: Rieke Süßkow
Bühne: Mirjam Stängl
Kostüme: Sabrina Bosshard

Entstanden um 1606, verbindet MACBETH historische Ereignisse mit übernatürlichen Elementen, inneren Konflikten und dem Blick in menschliche Abgründe. Rieke Süßkow nutzt Elemente von Figuren- und Objekttheater, um Shakespeares düsteres Werk von der Brüchigkeit zivilisatorischer Fassaden und der psychischen Deformation durch Macht mit Bildwelten und Ästhetik des Online-Gamings zu verbinden. Jede Wendung im Spiel um die Macht beeinflusst Macbeth und seine Lady. Und jede ihrer Taten verändert die Welt. Bis zum Wahnsinn.

Die Premiere findet am 10. September 2026 um 19:30 Uhr am Volkstheater Wien statt.

*übersetzt als „Die Tragödie des Macbeth“ von Thomas Brasch

05.09.2026 Premiere: Anna Stiepani inszeniert DER TOLLSTE TAG am Theater in der Josefstadt

DER TOLLSTE TAG

von Peter Turrini
Regie: Anna Stiepani

Beaumarchais’ Komödie galt schon 1784 als politischer Skandal. Peter Turrini schrieb sie 1972 rigoros um und stellte sich die Frage: Was geschieht, wenn uns die Komödie nicht mehr retten kann?
Der Blick auf eine Elite, die sich an den ihr untergebenen Frauen vergeht, ist erschreckend aktuell.

Die Premiere findet am 5. September 2026 um 19:30 Uhr am Theater in der Josefstadt (Kammerspiele) in Wien statt.

05.09.2026 UA: FEJK von Yael Ronen am Dramaten in Stockholm!

FEJK (FAKE)

Text und Regie: Yael Ronen

Eine feministische Podcasterin, deren Ehe gerade spektakulär implodiert. Ein alternder schwedischer Popstar, der darauf besteht, Spanier zu sein, und verzweifelt versucht, an seiner Jugend festzuhalten – und an seinem sehr viel jüngeren Freund, der herausfinden will, wer er wirklich ist. Eine Self-Help-Ikone, die sich ein Imperium damit aufgebaut hat, anderen beizubringen, wie man die Geschichten seines Lebens neu schreibt, während sie ihr eigenes vielleicht doch nicht ganz so gut im Griff hat. Und zwei junge Journalist:innen, die in ihrer Beziehung radikale Ehrlichkeit praktizieren und entdecken, dass man sich, wenn einem die Realität nicht passt, jederzeit eine bessere erschaffen kann.

In FEJK (FAKE) richtet die gefeierte Autorin und Regisseurin Yael Ronen ihren scharfen komödiantischen Blick auf eine Welt, in der alle damit beschäftigt sind, die bestmögliche Version ihrer selbst zu konstruieren. Was mit kleinen Korrekturen an der eigenen Wirklichkeit beginnt, entwickelt sich zu falschen Identitäten, inszenierten Skandalen, fragwürdigen Wahrheiten und sehr menschlichen Gefühlen. Wenn wir uns ohnehin alle selbst performen – was macht dann eigentlich ein Selbst realer als ein anderes?

FEJK (FAKE) ist eine bissige Komödie über Liebe, Klasse, Identität, Selbstoptimierung, KI und unseren zunehmend kreativen Umgang mit der Wahrheit.

 

Die Uraufführung findet am 5. September 2026 um 19 Uhr am Dramaten in Stockholm statt.

Mehmet Akif Büyükatalay erhält Residenzstipendium der Stadt Köln in Partnerstadt Istanbul!

Mehmet Akif Büyükatalay © German Films/ Marcus Höhn

Die Stadt Köln vergibt das Residenzstipendium im “Atelier Galata” im Bereich Bildende Kunst an Mehmet Akif Büyükatalay. Ein internationaler Austausch sei für die Stadt Köln als Kunst- und Kulturstandort von zentraler Bedeutung und die Residenz in Istanbul trage dazu bei, die langjährige Städtepartnerschaft zu vertiefen und die lokale Szene durch künstlerische Vernetzung nachhaltig zu stärken. Mehmet Akif Büyükatalay wurde als Stipendiat im “Atelier Galata” für die Monate August und September ausgewählt.

Aus der Jurybegründung:
„In dem Essayfilm ,Kairo, Hagen, Istanbul‘ nimmt Mehmet Akif Büyükatalay den Film ,Minyeli Abdullah‘ (Abdullah aus Minya) aus der Bewegung des ‘Weißen Kinos’ zum Ausgangspunkt einer filmischen Recherche. Dabei wird ein Kreislauf von Übersetzungs- und Transformationsprozessen von Kairo, über Istanbul nach Hagen verfolgt: Von einem originär türkischen Narrativ, über dessen Übersetzung in die Form einer Märtyrergeschichte des kolonialen Ägyptens, zu seiner Rezeption und ideologischen Sinnstiftung innerhalb der türkischen Diaspora in Deutschland. Istanbul fungiert dabei als zentraler Raum der Übersetzung und steht im Mittelpunkt der Recherche. Die Jury hat die komplexe Verschränkung von historischen, theologischen und ideologischen sowie medientheoretischen Narrativen in einer persönlichen Reflexion über Erfahrungen von Ohnmacht und den Sehnsüchten der türkischen Diaspora beeindruckt.”