Marius von Mayenburg © Kristina Popov

Marius von Mayenburg (D)

ist Dramatiker, Regisseur und Übersetzer. In München geboren, studierte er Szenisches Schreiben an der Hochschule der Künste Berlin. An der Schaubühne Berlin war er als Dramaturg und Hausautor tätig. Seine Stücke (DER HÄSSLICHE, FEUERGESICHT, STÜCK PLASTIK, etc.) wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt, weltweit erfolgreich inszeniert – unter anderem an der Schaubühne Berlin, am Young Vic in London, am Nationaltheater Oslo, am Royal Court Theatre, am Théâtre national de la Colline in Paris und an der Pariser Scala – und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Als Übersetzer hat er Werke von William Shakespeare und Oscar Wilde sowie zeitgenössische Stücke von Autoren wie Martin Crimp, Alan Ayckbourn und Sarah Kane ins Deutsche übersetzt.

Seine aktuelle Trilogie besteht aus den Stücken EX, ELLEN BABIĆ und EGAL, die alle international an Theatern wie dem Riksteatern in Stockholm, dem Nationaltheater Reykjavik und dem Burgtheater Wien uraufgeführt wurden.

Als Regisseur arbeitete Marius von Mayenburg u. a. an der Schaubühne Berlin, am Residenztheater München, am Schauspiel Frankfurt, am Riksteater in Stockholm und am Nationaltheater in Oslo gearbeitet.

 

Preise (Auswahl):
1998 – Preis der Frankfurter Autorenstiftung für FEUERGESICHT
1997 – Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker für FEUERGESICHT

Werke Theater (Auswahl)

EGAL

2023

UA: Nationalthetaer Reykjavik, IS

Simone kommt von einer Geschäftsreise nach Hause. Erik, ihr Partner, ist schlecht gelaunt. Sie hat sich eine Karriere aufgebaut. Er passt auf die Kinder auf und schlägt sich mit Lektoraten und Übersetzungen bei einem Verlag durch. Erik bildet sich ein, wegen seiner familiären Verpflichtungen in jeder Richtung zu versagen. Simone hat das Gefühl zu ersticken.
Avantgarde wollten sie sein und stellen verbittert fest, dass Gleichberechtigung und Erfolg in Beruf und Familie lose Versprechen des Kapitalismus sind. Ein mitgebrachtes Geschenk und ein klingelndes Handy stellen alles auf den Kopf: Was ist ihnen wichtig und was ist egal?

ELLEN BABIĆ

2022

UA: Nationalthetaer Reykjavik, IS

Als Astrid ihren Vorgesetzen Wolfram Balderkamp zu einem informellen Arbeitsgespräch nach Hause einlädt, ist ihre Lebensgefährtin Klara empört. Balderkamp unterrichtet an der Schule, an der Klara vor zehn Jahren Astrids Schülerin war. Was passiert, wenn er sich an sie erinnert? Außerdem kann sie ihm seine „Lernmethoden“ nicht verzeihen. Was will Astrid von ihm?
Wie eine Spinne streift Wolfram durch die Wohnung und webt mit seinen vielen Fragen ein gefährliches Netz: Wo haben sich die beiden kennengelernt? Wann genau? Ob dieses eine Badetuch von dem aktuellen Jahrgang ihr geschenkt wurde? Und was war da noch mit diesem einen Mädchen auf der Klassenfahrt vorgefallen?

EX

2021

UA: Riksteater Stockholm, SE

Daniel und Sibylle, verheiratet, zwei Kinder, beide haben Karriere gemacht, haben sich eingerichtet in einem – ihrem – Upper-middle-class-Leben ohne Liebe, aber voller Vorwürfe und Ressentiments. Als Daniel wieder mal zu spät nach Hause kommt und einen Anruf seiner Ex-Freundin Franziska empfängt, scheint die nur mühsam aufrechterhaltene Fassade zu zerbröckeln. Als Franziska dann auch noch vor der Tür steht, beginnt ein bitterböses Spiel um Macht, Wahrheit und Verrat, an dessen Ende es keine Gewinner:innen gibt.