13.12.2025 Premiere: lynn t musiol inszeniert SÖHNE am Schlosstheater Moers

SÖHNE von Marine Bachelot Nguyen

Deutsch von Claudia Hamm
Regie: lynn t musiol

lynn t musiol inszeniert das Monologstück Söhne, das das Porträt einer Familie zeichnet, die an den gesellschaftlichen und politischen Spannungen unserer Zeit zu zerbrechen droht. Im Mittelpunkt steht Cathy, eine Apothekerin aus einfachen Verhältnissen, die mit ihrer Familie in einer französischen Kleinstadt lebt. In konservativ-katholischen Zirkeln findet sie Anschluss an die wohlhabende Gesellschaftsschicht, in denen es selbstverständlich erscheint, rechtskonservativ zu wählen. Ihr Engagement gegen gesellschaftliche Veränderungen – etwa die Ehe für alle – gibt ihr ein neues Gefühl von Bedeutung, während sie zunehmend in rechtes Denken abdriftet. Doch durch ihr neues Engagement verliert sie das Wohl ihrer Familie aus den Augen. Ihre Söhne entwickeln sich in gegensätzliche Richtungen: Einer radikalisiert sich und zeigt rechtsextreme Tendenzen, während sich der andere gezwungen sieht, seine Homosexualität vor der Gesellschaft und seiner Familie zu verbergen. Erst als die Familie zerbricht, erkennt Cathy das Leid, das sie verursacht hat.

Die Premiere findet am 13. Dezember 2025 um 19:30 Uhr in der Kapelle am Schlosstheater Moers statt.

13.12.2025 Premiere: lynn t musiols LECKEN 3000 am Wiener Burgtheater / Vestibül

LECKEN 3000 von lynn t musiol

Eine unerwartete SMS ihrer früheren Lehrerin Ute bringt Ari aus dem Gleichgewicht. Vor über zehn Jahren verband die beiden ein enges Verhältnis, das Ari bis heute nicht loslässt. Nun, Ende zwanzig, beginnt sie, im Kreis ihrer Freund:innen und in Gesprächen mit Ute, ihre Erinnerungen aufzuarbeiten und eine schwerwiegende Frage zuzulassen: War das, was mir damals passiert ist, Missbrauch? Regie führt Claus Nicolai Six.

Die Premiere findet am 13. Dezember 2025 um 20:00 Uhr im Vestibül statt.

12.12.2025 Premiere: Rieke Süßkow (R), Mirjam Stängl (B), Sabrina Bosshard (K) und Philipp C. Mayer (M) am Volkstheater Wien

Regie: Rieke Süßkow
Bühne: Mirjam Stängl
Kostüm: Sabrina Bosshard

Komposition und Musikalische Leitung: Philipp C. Mayer

Der Fleischhauer Oskar liebt Marianne, die Tochter des Zauberkönigs, und will sie heiraten. Schon beim Verlobungsfest kommt es dann zum Eklat: Marianne verliebt sich Hals über Kopf in den Hallodri Alfred, bricht mit Oskar und ihrem alten Leben. Schnell zeigt sich, dass ihre Hoffnung auf eine neue, große und vor allem ganz andere Welt der Realität nicht standhalten wird. Auf die anfangs aufregende Verbindung folgt der soziale Abstieg. „Ein Wiener Volksstück gegen das Wiener Volksstück“ nannte Erich Kästner das Werk seines Schriftstellerkollegen.

Die Premiere findet am 12. Dezember 2025 um 19.30 Uhr im Volkstheater Wien statt.

 

12.12.2025 Premiere: Ran Chai Bar-zvi (R) und Belle Santos (K) am Schauspiel Frankfurt

DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY von Oscar Wilde

Regie und Bühne: Ran Chai Bar-zvi
Kostüme: Belle Santos

Der Klassiker von Oscar Wilde über die (Un-)vergänglichkeit von Schönheit und verstecktes Begehren wird ergänzt und fortgeschrieben mit Texten des Dramatikers Marcus Peter Tesch, der in seinem Schreiben der Geschichte von Körpern und Körperbildern nachfühlt und diese in die Gegenwart holt. Ran Chai Bar-zvis bildstarke Inszenierungen begegnen auch existenziellen Stoffen mit einer großen Leichtigkeit, ohne deren ernsten Kern zu verharmlosen. Mit »Das Bildnis des Dorian Gray« feiert Ran Chai Bar-zvi sein Debüt am Schauspiel Frankfurt.

Die Premiere findet am 12. Dezember 2025 um 20 Uhr in den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurt statt.

 

11.12.2025 Berlin-Premiere: SILENT OBSERVERS von Eliza Petkova

SILENT OBSERVERS

DE/BG, 96 min, 2024
Regie, Drehbuch, Schnitt: Eliza Petkova
Kamera: Constanze Schmitt
Produktion: Red Carpet, Wood Water Films, rbb

Mit dem Rückgang der Bevölkerung geht in einem abgelegenen bulgarischen Dorf eine traditionelle Lebensweise zu Ende: Die Kamera folgt den letzten verbliebenen Bewohner:innen aus der Perspektive domestizierter Tiere. Hat die Nachbarin ihren gewalttätigen Sohn bestraft und in einen Esel verwandelt? Ist die Katze von einem Vampir besessen? Die Zuneigung der Dorfbewohner:innen gegenüber den Tieren kontrastiert mit der nüchternen Art, in der sie sie behandeln. Mit viel Liebe zum Detail und für ihre vierbeinigen Protagonist:innen gelingt Eliza Petkova ein faszinierendes und mysteriöses Portrait eines Dorfes.

Tickets und weitere Informationen

04.12.2025 UA: SABOTAGE von Yael Ronen an der Schaubühne Berlin

SABOTAGE

Text u. Regie: Yael Ronen
Übersetzung und künstlerische Mitarbeit: Irina Szodruch
Musik: Yaniv Fridel und Ofer (OJ) Shabi

Der jüdische Dokumentarfilmer Jona Lubnik will mit einem provokanten Film die Bequemlichkeit seiner deutschen Mitmenschen aufrütteln. Lange hat er politische Fragen gemieden, doch nun sieht er sich zum Handeln gezwungen, denn er ist überzeugt: Vergangenheit darf nie zum Vorwand werden, um über die Gegenwart zu schweigen. Seine Frau ist eine erfolgreiche Neurologin und fürchtet, dass sich sein Filmprojekt zu einem Politskandal auswachsen könnte, der ihrer Karriere und der ganzen Familie schadet.
Mit scharfem Blick durchleuchtet Yael Ronen in ihrer neuesten Stückentwicklung die Mechanismen der (Selbst-) Sabotage und entlarvt sie mit den Mitteln der Komödie.

Die Uraufführung findet am 4. Dezember 2025 um 20 Uhr an der Schaubühne Berlin statt.

 

Fritzi Wartenberg erhält den Kurt-Hübner-Regiepreis!

Der Kurt-Hübner-Regiepreis von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und der Stadt Bensheim geht an Fritzi Wartenberg für ihre Inszenierung von Werner Schwabs Radikalkomödie VOLKSVERNICHTUNG ODER MEINE LEBER IST SINNLOS am Burgtheater Wien. „Fritzi Wartenbergs inszenatorischer Zugriff ist unerschrocken und wahnsinnig klug“, erklärt Jurorin Almut Wagner.

Die feierliche Preisvergabe findet im Rahmen der Verleihung des Gertrud-Eysoldt-Rings voraussichtlich im März 2026 im Parktheater Bensheim statt.

Weitere Vorstellungstermine am Burgtheater: 3. und 21. Dezember 2025, 10. und 17. Januar 2026.

28.11.2025 UA: DIE ALLERLETZTEN von Marco Damghani am Maxim Gorki Theater

DIE ALLERLETZTEN

Text und Regie: Marco Damghani
Maxim Gorki Theater, Berlin
Im Rahmen des 7. Berliner Herbstsalon ЯE:IMAGINE: THE RED HOUSE

Autor und Regisseur Marco Damghani erzählt die Geschichte eines jungen Paares, das vor sechs Jahren die Stadt verließ, um auf dem Land neu anzufangen. Mit Freund*innen und Verbündeten wollten sie sich dort ihr eigenes Paradies aufbauen – einen Ort der Zuflucht vor der bedrohlich gewordenen Außenwelt. Heute aber weht nur fünfzig Meter weiter eine Reichsflagge und die Angst stellt sie vor eine Entscheidung: Rückkehr oder Rückzug.

Die Uraufführung findet am 28. November 2025 um 20:30 Uhr im Studio Я (Maxim Gorki Theater) statt.
Weitere Vorstellungstermine: 16. und 17. Dezember 2025.

22.11.2025 UA: KRIEG UND FRIEDEN von und mit Calle Fuhr am Schauspiel Köln

KRIEG UND FRIEDEN. Ein Bühnenessay über Russland, die Ukraine und die Wehrpflicht
von Calle Fuhr in Kooperation mit CORRECTIV

In seinem neuen Bühnenessay stellt sich Calle Fuhr der Frage, wie eine zeitgemäße Sicherheitspolitik aussehen könnte. Braucht Deutschland wieder eine Wehrpflicht? Oder ist die neue Aufrüstung einfach übertrieben? Auf der Suche nach Antworten durchleuchtet er die Geschichte von Wladimir Putin, die Korruption rund um die Nordstream Pipelines und Russlands Strategien, um westlichen Demokratien zu schaden.

Die Uraufführung findet am 22. November 2025 um 19 Uhr im Depot 2 des Schauspiel Köln statt.
Weitere Vorstellungstermine: 27. November, 3. und 14. Dezember 2025.

Yael Ronen erhält den Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum!

Der Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum geht an Yael Ronen!

Die Jury hat sich einstimmig für Yael Ronen als Preisträgerin in der Sparte „Theater“ ausgesprochen. Bei ihr werde „das Theater zum Ort der Auseinandersetzung, der kollektiven Selbstbefragung und der Möglichkeit von Empathie, ohne die Widersprüche der Gegenwart zu glätten.“ und viele ihrer Stücke „handeln von Traumata, Ressentiments und Diskriminierung, von Ängsten und moralischen Ambivalenzen, oft vor dem Hintergrund von extremer Gewalt, Krieg und Vertreibung. Es ist dasselbe dunkle Terrain, das auch schon Peter Weiss umgetrieben hat. Wie er bezieht sie in ihrer Theaterarbeit kritisch Stellung dazu – aus einer Position, die zutiefst Leben und Dialog zugewandt ist“, so die Jury in ihrer Begründung.