Yael Ronen © Esra Rotthoff

Yael Ronen (D/ISR)

ist Autorin und Regisseurin für Theater und Film/TV. Sie wurde in Jerusalem geboren und begann ihre Theaterarbeit mit Produktionen in Tel Aviv (u. a. Habima Theater, Kameri Theater).

Ihre erste internationale Produktion THIRD GENERATION, eine Koproduktion zwischen der Schaubühne Berlin, dem Habima Theater und der Ruhrtriennale im Jahr 2010 mit Schauspieler:innen aus Deutschland, Israel und Palästina, war sehr erfolgreich und lief auf Festivals weltweit. Es folgten Arbeiten in Österreich und Deutschland, u. a. HAKOAH WIEN am Schauspielhaus Graz. 2012 zog sie nach Berlin um und wurde 2015 Hausregisseurin am Maxim Gorki Theater. Dort entwickelte sie zahlreiche Projekte wie z. B. COMMON GROUND, ROMA ARMEE, THE SITUATION und SLIPPERY SLOPE – ALMOST A MUSICAL mit Musik von Shlomi Shaban.

Viele ihrer Stücke wurden zum Berliner Theatertreffen – zuletzt BUCKET LIST an der Schaubühne Berlin – eingeladen und erhielten Auszeichnungen und Preise. Yael Ronen arbeitete auch am Volkstheater Wien [LOST AND FOUND], den Kammerspielen München [POINT OF NO RETURN, GENESIS] und dem Thalia Theater Hamburg [(R)EVOLUTION], wo auch ihre neueste Produktion STATE OF AFFAIRS am 4. Mai 2024 die Weltpremiere feierte.

Yael Ronen entwickelt zurzeit das TV-Projekt THE SITUATION mit Dimitrij Schaad und Irina Szodruch.

Preise (Auswahl)

2017  – Europe Prize für Theatrical Realities
2016  – Nestroy Preis für LOST AND FOUND
2016  – Stück des Jahres für THE SITUATION
2013  – Nestroy Preis für HAKOAH WIEN

Werke (Auswahl)

STATE OF AFFAIRS, von Yael Ronen und Roy Chen

4.05.2024

UA: Thalia Theater Hamburg

Ein Stück über zwischenmenschliche Verstrickungen, private und kollegiale Befindlichkeiten und die Frage nach der Verantwortlichkeit der Kunst in Zeiten von Krise und Krieg.

BUCKET LIST, von Yael Ronen und Shlomi Shaban

2023

UA: Schaubühne Berlin

Die Inszenierung ist zum Theatertreffen 2024 eingeladen.

… wahrhaft historisch …“ – Christian Rakow, nachtkritik
… ein Ereignis“ – Barbara Behrendt, rbb24 Inforadio

In diesem Musical reflektiert Yael Ronen über Erinnerungsmechanismen: Woran wollen wir uns erinnern können, bevor wir den Löffel abgeben? Kann man Erinnerungen an unangenehme, schmerzvolle und konfliktgeladene Geschehnisse mit technologischer Hilfe nachjustieren? Und was bedeutet es für die kollektive Erinnerungskultur, wenn man das eigene Gedächtnis künstlich formatiert?

PLANET B, von Yael Ronen und Itai Reicher

2023

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

Es ist ein großes Vergnügen, den sieben Schauspieler:innen dabei zuzuschauen, wie sie sich liebevoll der (ebenso liebevoll detailreich geschriebenen) Tier-Comedy geben.“ – Fabian Wallmeier, rbb24 Inforadio

Itai Reicher und Yael Ronen haben eine hochtourige Komödie geschrieben …“ – Barbara Behrendt, Die Deutsche Bühne

Yael Ronen und ihr Co-Autor Itai Reicher haben mit „Planet B“ aus dem hochaktuellen Umweltthema kein Drama gepresst, sondern ganz im leichten, Ronen’schen Ver- und Entwicklungsdrive eine hintersinnig witzige SciFi-Komödie ersponnen. […] Irrungen und Wirrungen, in denen Rand und Mitte, Ursache und Wirkung, vor allem aber sämtliche gesellschaftlichen Themen und Diskurse aufs schönste durcheinanderfliegen und dabei inhärent feststeckende Wahrheiten entfesseln, ist das, was das Ronen-Theater so aufgeweckt, witzig und überaus menschlich macht.“ – Doris Meierhenrich, Berliner Zeitung

„Das bewährte Team Yael Ronen und Itai Reicher ist zurück. Nach ihrem Debattenmusical-Hit „Slippery Slope“ legen sie nach: Es geht um das Artensterben. Hier singen Fuchs, smarte Ameise und weitere Gesellen mit Endzeithumor der Menschheit ein großes Untergangsständchen – so famos, dass man über des Menschen Ende fast wehmütig werden kann. […] Kaum vorstellbar, dass der Mensch seine eigene Bräsigkeit überlebt. Angesichts so großartiger Theaterabende wie „Planet B“ denkt man sich: schade eigentlich.“ – Georg Kasch, nachtkritik

In einer nicht so fernen Zukunft: Der Klimawandel hat sich ungebrochen fortgesetzt, viele Arten sind bereits ausgestorben, weite Gebiete kaum noch bewohnbar… Es beginnt ein Wettrennen darum, wer es verdient hat, zu überleben. Willkommen zur Alien-Entertainment Reality Show, bei der Mensch mit Huhn, Panda, Ameise, etc. um die Neubesiedelung der Erde als einzige überlebende Spezies konkurriert.

BLOOD MOON BLUES, von Yael Ronen und Orit Nahmias

2022

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

Es ist ein ungeheuer süffig und clever geschriebenes Stück. […] Da gibt es Auseinandersetzungsszenen zwischen den Darstellerinnen, die wahnsinnig unter die Haut gehen und gleichzeitig aber sehr lustig sind, und tiefe und unbequeme Wahrheiten über das Verhältnis von Eltern und Kindern, insbesondere von Müttern und Töchtern, beinhalten. Es ist konventionell, aber gar nicht sentimental und kitschig.“ – André Mumot, Deutschlandfunk Kultur

Elinor ist Mitte 50, hat Erleuchtung gefunden und lebt in einer Höhle.
Nach einem als Notfall zu deutenden Anruf wollen Luna, Elinors Tochter, und Gabriella, Elinors Ex-Geliebte, sie finden. Begleitet von Greg, Elinors 20-jährigem Lover, durchqueren sie die gefährliche Wüste am Toten Meer und tauchen ein in einen Ozean aus verletzten Gefühlen. Denn Elinor scheint wegen ihrer bipolaren Störung allumfassend als Mensch, Partnerin und Mutter versagt zu haben. Nun hat sie Krebs im letzten Stadium. Sie hat gerade noch Zeit, eine Vollmond-Zeremonie zu zelebrieren und ihre wertvollen Manuskripte zu vererben.

OPERATION MINDFUCK, von Yael Ronen und Dimitrij Schaad

2022

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

[Yael Ronen und ihr Co-Autor Dimitrij Schaad] haben aus dem Verschwörungs-Thema eine funkensprühende politische Boulevard-Komödie gestrickt – und Ronen hat sie wie immer unter Volldampf inszeniert.“ – Fabian Wallmeier, rbb24

Die Trollfabriken – die gibt es wirklich. Hier werden Tag und Nacht die krassesten Geschichten ausgebrütet und sorgfältig in News, Storys und Social-Media-Beiträge verpackt. Die Queen ist ein Reptil! JF Kennedy lebt immer noch! Fact checking war gestern, heutzutage zählen die Likes. Und so spuckt diese Lügenmaschinerie kurz vor der Wahl in einem einflußreichen Land einen ‚Volkskandidaten‘ an die politische Spitze. Einfach und ehrlich spricht er, wobei keine:r seine Agenda versteht. Sein Auftritt ist überzeugend, obwohl er des Öfteren Quatsch von sich gibt.
Diese bitterböse Komödie führt vor Augen, wie gefährlich die Mechanismen hinter den Algorythmen sind und welch reale Bedrohung sie für die Demokratie darstellen.

SLIPPERY SLOPE – ALMOST A MUSICAL, von Yael Ronen und Shlomi Shaban

2021

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

Die Inszenierung wurde zum Theatertreffen 2022 eingeladen.

Die Musik ist ein Knaller. Komponist Shlomi Shaban hat den Darstellerinnen und Darstellern, die sensationell performen, eine kunterbunte Mischung spendiert, die vom melancholischen Blues bis zu fröhlichen Pop-Nummern reicht. Die Texte sind gewitzt, die Musik mitreißend. – Katrin Pauly, Berliner Morgenpost

DEATH POSITIVE – STATES OF EMERGENCY

2020

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

Der Erfinderin des Genres Krisen-Boulevard gelingt mit ihren katastrophen-gestählten Darstellern das Kunststück einer melancholischen, ratlosen, persönlichen und komischen Aufführung. Gorki-Besucher kommen mental garantiert besser (und besser gelaunt) durch die Krise als der bedauernswerte Rest der Bevölkerung.“ – Peter Laudenbach, tip Berlin

(R)EVOLUTION, von Yael Ronen und Dimitrij Schaad

2020

UA: Thalia Theater Hamburg

…dieser Abend [beweist] eines doch mit Sicherheit: Das Theater ist noch zu retten – weil keine Künstliche Intelligenz der Welt wohl jemals den augenzwinkernden Zauber reproduzieren kann, mit dem hier lustvoll engagierte SpielerInnen auf die großen Fragen des Menschseins treffen.“ – Stefan Forth, nachtkritik

Die digitale Revolution ist im vollen Gange. Wer kann sich noch den eigenen Alltag ohne Google Maps, Smart Watch und DeepL vorstellen? Spätestens seit der Demokratisierung der KI durch ChatGPT stellen sich die großen Fragen an das Mensch-Sein.
In Yael Ronens Stück (R)EVOLUTION verlieren Menschen Jobs an Algorithmen und gehen aus Verzweiflung Beziehungen mit Haushaltgeräten ein. Diese wiederum sammeln unentwegt persönliche Daten über ihre Besitzer:innen, um sie nachher zu erpressen. Im Zeitalter des Homo Digitalis sind Gendefekte leicht zu korrigieren und in der Sehnsucht nach Natürlichkeit lauert die Gefahr, als Extremist:in im System aufzufallen.
Was bleibt dem Menschen übrig? Eine Prise Humor.
Inspiriert von Yuval Noah Harari.
P.S.: ChatGPT hat diese Synopse verfasst.
P.P.S.: Das war ein Scherz.

THIRD GENERATION/NEXT GENERATION

2019

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

GENESIS/A STARTING POINT

2018

UA: Münchner Kammerspiele

YES BUT NO

2018

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

GUTMENSCHEN

2018

UA: Volkstheater Wien

A WALK ON THE DARK SIDE

2018

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

ROMA ARMEE

2017

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

WINTERREISE رحلة الشتاء

2017

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

FEINDE, Romanadaption von Isaac B. Singer

2016

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

DENIAL

2016

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

POINT OF NO RETURN

2016

UA: Münchner Kammerspiele

LOST AND FOUND

2015

UA: Volkstheater Wien

DAS KOHLHAAS-PRINZIP

2015

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

THE SITUATION

2015

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

2015 – Eingeladen zum Theatertreffen 2015
2015 – Gewinner des Publikumspreises der Mülheimer Theatertage

COMMON GROUND

2014

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

2015 – Eingeladen zum Theatertreffen 2015
2015 – Gewinner des Publikumspreises der Mülheimer Theatertage

EROTIC CRISIS

2014

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

NIEMANDSLAND

2014

UA: Volkstheater Wien

DER RUSSE IST EINER, DER BIRKEN LIEBT, Romanadaption von Olga Grjasnowa

2013

UA: Maxim Gorki Theater Berlin

HAKOAH WIEN

2012

UA: Schauspiel Graz

THE DAY BEFORE LAST

2011

UA: Schaubühne Berlin

THIRD GENERATION

2008

Werke (Film/TV)

THE SITUATION, TV-Serie, von Yael Ronen, Irina Szodruch und Dimitrij Schaad

in Arbeit